Wir waren alle schon mal auf einem Markt, ob nun als Besucher oder Aussteller bleibt gleich, denn wir erleben im Prinzip beide Seiten ähnlich. Mir sind wieder einige Dinge auf meinem ersten Weihnachtsmarkt der Saison aufgefallen, die mittlerweile jährlich vorkommen und da frage ich mich wo unsere Manieren hingekommen sind.

 

Als Aussteller steht oder sitzt man auf diversen Märkten und wartet auf Gäste und Besucher, man freut sich wenn jemand vorbei kommt, dennoch ist man froh, wenn das ganze wieder vorbei ist. Denn auch wenn man es nicht glauben möchte, es ist sehr wohl anstrengend. Auch heuer war es wieder so wie letztes Jahr… die offiziellen Öffnungszeiten sind vorbei und die Aussteller und Künstler laufen nahezu um ihr Leben. Es wird einfach das Licht abgeschalten, damit keine Besucher mehr in den Saal kommen, da spielt es auch keine Rolle ob noch ein Kunde auf meinem Stand steht, wenn die anderen Künstler heim wollen, dann ist Schluss. Es schlägt am Sonntag Punkt 18:00 Uhr und plötzlich bricht eine derartige Massenpanik aus, die man gar nicht beschreiben kann. Viele Aussteller beginnen einfach hektisch wegzuräumen, weil der Markt ist vorbei, Schluss und aus. Hauptsache sie sind die ersten die heim fahren können und das obwohl der Saal noch voll mit Besuchern ist?! Da frag ich mich, was soll das?! Spielt eine halbe Stunde auf oder ab wirklich so eine große Rolle?!

Ich finde nein, denn ich persönlich finde es  unhöflich, wenn noch Interessierte herum laufen, einfach zusammen zu räumen. Mittlerweile, lassen wir sie einfach und warten noch bevor wir wegräumen – die letzten Male haben sich immer wieder noch kaufwillige gefunden, die dann glücklich den Markt mit dem einen oder anderen Schnäppchen verlassen haben. Und ob ich jetzt eine Stunde früher oder später zu Hause bin, spielt für mich keine Rolle, denn ich tue das was ich tue gerne und da spielt für mich Zeit keine Rolle. Und ja, ich muss auch am nächsten Tag um dreiviertel sechs aufstehen und nach Wien pendeln, das gilt für mich nicht als Ausrede :) denn wenn man etwas gern tut und es die Leidenschaft von jemanden ist, dann schenkt man gerne mal eine Stunde her.

 

Aus Sicht der Besucher sieht es nicht ganz anders aus, sie freuen sich auf Märkte und dann ist der Stand nicht besetzt, oder der Aussteller interessiert sich nicht für einen – es gibt auf beiden Seiten viele Fehler in punkto Verhalten. Meistens trifft man jemanden auf Märkten, den man schon ewig nicht gesehen hat, na klar plaudert man dann…. Ist Ihnen aber schon mal aufgefallen wo Sie plaudern? Nein? Dann achten Sie das nächste Mal drauf, denn zu 90% stehen Sie genau mittig vor einem Stand, sodass rundherum keine Leute mehr durch und andere Personen zum Aussteller können. Wenn der Aussteller dann bittet, dass man eventuell ein Stück auf die Seite gehen möge, ist man grantig – denn was bildet der sich ein?!

Man bewundert als Besucher die tollen Werke die auf den Märkten stehen, man greift sie an, hebt sie hoch, stellt sie wieder… Das tut jeder und hin und wieder geht auch etwas zu Bruch. Zu den Kindern sagt man „wir schauen mit den Augen“, doch hilft es etwas? Nein, immer wieder sind Kinder fasziniert, weil zu Weihnachten alles glitzert und funkelt, oder süß und putzig ist. Klar, die Werke sind total anziehend, wenn wir selbst schon alles angreifen, dann kann man von Kindern nichts anderes erwarten, denn sie sehen und lernen es nicht anders kennen. Man sollte bei sich selbst anfangen ein gutes Vorbild zu sein.

 

Was mich aber am meisten stört, egal ob als Besucher oder Aussteller, sind die Meldungen und Worte der Mitmenschen. Ja, vielleicht wenn man selbst keine kreative Ader oder nichts übrig hat für selbstgemachtes, dass man das nicht versteht, aber das ist kein Grund um Beleidigungen auszusprechen. Wie oft hört man „na das mach ich aber schöner“ oder „das kauf ich mir bei ……, die kanns besser“ oder „sowas um den Preis zu verkaufen ist ein Witz“,…. ich könnte hunderte solcher Sätze jetzt reinklopfen, weil ich sie alle schon mal gehört habe, egal ob auf meinen Stand oder auf dem meines Nachbars. Und da frage ich mich, wissen diese Leute eigentlich, die vor einem stehen und diese Worte zu jemanden sagen und glauben der Aussteller höre es nicht, dass dies sehr wohl verletzend ist?! Man sitzt und bastelt, überlegt sich etwas neues, da steckt soviel Zeit, Arbeit, Geduld, Schweiß,… in den Produkten und dann hört man abwärtende Sätze. Ich bin jetzt mal ganz ehrlich, ich könnte jedesmal explodieren! Wenn mich mein Partner in diesem Moment nicht beruhigen würde, dann würde ich komplett ausrasten und den Leuten am liebsten etwas ins Gesicht sagen…. Denn ich finde es respektlos!! Jedes Werk ist anders, weil jeder Mensch anders ist. Jeder bastelt, kocht, bügelt, putzt,… anders, aber deswegen jemanden zu verurteilen oder gar Boshaft zu werden, verstehe ich nicht.

 

Wir sollten uns alle mal an der Nase nehmen und ein bisschen mehr Rücksicht gegenüber unseren Mitmenschen zeigen, vorallem in der Weihnachtszeit – dann wird der Besuch vom Weihnachtsmarkt sicher für alle etwas erträglicher und angenehmer.