Upcycling - Wie funktioniert das alles eigentlich?!

Im Bereich Upcycling arbeiten schön und gut... Das Wort Upcycling habe ich Ihnen in einem meiner Blogs ja bereits erklärt. Dennoch gibt es immer wieder Fragen, verwirrte Gesichter, entsetzte Blicke, usw. Mit diesem Blog möchte ich mitteilen und übermitteln, wie das was ich tue eigentlich funktioniert:

Grund dafür war die letzte Ausstellung, da einige meiner Kunden nicht ganz verstanden haben, dass gewisse Dinge leider nicht möglich sind. Ich hatte noch ein paar, alte gebrauchte Teelichtgläser für den bekannten Teelichthalter aus bzw. mit alten Kaffeekapseln übrig - die Kunden konnte sich somit noch welche aussuchen, da es aber zu wenig waren kam dann die Bitte: "Dann bestellen Sie halt nochmal solche Gläser, dann haben wir alle genug." - ich habe versucht mitzuteilen, dass das nicht geht, doch ich wurde leider nicht ganz verstanden...

 

Wenn man mit Upcycling-Produkten arbeitet dann verwertet man alte nicht mehr benutzte Gegenstände. In diesem Fall waren es Teelichtgläser, welche dann von mir neu in "Szene gesetzt" und verarbeitet werden. Diese finde ich zum Beispiel auf verschiedenen Flohmärkten, mein Vater bei Wohnungsräumungen, oder ich bekomme sie von anderen zur Verfügung gestellt, weil diese sie nicht mehr benötigen. Etwas nachbestellen geht in diesem Fall leider nicht, da ich oft keine Ahnung habe woher sie wirklich stammen bzw. kommen. Diese Gläser waren einfach ein Glückstreffer! Somit sind die Werke die daraus entstehen Unikate - bei mir gibt es keine Massenware, das ist das besondere an NessCollection. Auch dieses Thema ist bei einigen Kunden ein wenig schwierig, aber das ist ein anderes Kapitel.

 

Mein Opa, als auch mein Partner essen total gerne Schokolade - deshalb die kleinen Tascherl aus alten Verpackungen. Hier wird lediglich der Zipp gekauft, Stoffreste zieren den Innenteil der Tasche  und Verpackungen gibt es nur jene, wo den beiden die Schoki auch mundet. Kürzlich hatte ich auch zwei Spardosen, ich wurde gefragt, warum es die nicht in einer anderen Farbe gibt - tja hier muss ich warten bis wieder eine Müslidose leer wird. Meine Teelichthalter sitzen auf alten Deckeln von Einmachgläsern (Gurkerl, verschiedene Salate usw.), wenn die Gurkerl nicht zusammen gegessen werden gibts auch keine Deckel und somit auch keine Teelichter. Regelmäßig werden bei Ausstellungen auch Blumentöpfe von Kunden mitgenommen, einige habe ich am Dachboden im Haus gefunden, ein paar sind schon auf Flohmärkten mitgegangen - in genau diesen Blumentöpfen sitzen dann meine Orchideen oder die Herzblumen. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass die gewünschte Farbe nicht vorhanden ist, man kann hier einen Kompromiss eingehen, man stellt mir den gewünschten Topf zur Verfügung oder ich kaufe und verrechne einen. Schallplattenschüsseln in groß und klein sind nur dann möglich wenn jemand auf die Idee kommt, diese vielleicht zu entsorgen - denn ich denke mir, bevor man sie wegwirft kann man doch tolle Dinge daraus machen.

 

In jedem meiner Produkte steckt irgendwo etwas altes, etwas unikates. Standart-Dinge wie Kapseln-Ohrringe, Broschen, Steckblumen usw. sind in größeren Mengen kein Problem (sofern genügend Kaffeekapseln in der Farbe vorhanden sind). Bei Dingen wie Orchideen, Teelichthalter mit Gläser, Bilderrahmen, Schokotascherln, funktioniert das leider nicht, denn hier werden jene Dinge verarbeitet die wie oben beschrieben, mit etwas Glück zu mir kommen. Der gezauberte Modeschmuck ist zum Beispiel ein ganz ein besonderes Thema, denn hier ist es noch schwieriger, da ich von Kunden oft alte oder kaputte Ketten bekomme. Diese werden dann zerlegt und die einzelnen Stücke  werden in neuen Ketten untergebracht. So kann es vorkommen, dass die gleiche Perle in zwei verschiedenen Ketten oder in Ohrringen wieder zufinden ist.

 

Ich liebe einen vollen Ausstellungsraum mit tollen Dingen, aber wenn es auf Grund fehlendem Material nicht möglich ist, soviel zu basteln, dann ist der Raum eben etwas leerer. Ich beginne deshalb nicht, Dinge die sonst im Müll landen ums teure Geld zu kaufen. Meine Werke sind mit viel Liebe gemacht und deshalb so preiswert, da ich vieles nicht extra kaufen muss/möchte. Stellen Sie sich vor ich müsste zum Beispiel neue Blumentöpfe kaufen, billig sind diese nicht, vorallem wenn dann vielleicht ein Muster oder dergleichen drauf ist...

 

Wenn ich all diese Dinge nicht irgendwo finden, mein Vater von Wohnungsräumen mitnehmen, oder mir die Kunden bringen würden, dann gäbe es NessCollection nicht. Vielleicht schon, aber nicht mit diesen wundervollen Upcycling-Produkten. Vielleicht kann man nun ein bisschen verstehen wie das funktioniert...