Schallplatten und ihre Geschichte

Diesmal möchte ich mal meine Meinung und mein Wissen zu den bekannten Schallplatten kundtun. Da ich mit ihnen genauso arbeite wie mit vielen anderen Materialien ist es immer wieder interessant, was dahinter steckt und welche Geschichte manch Gegenstände haben.

 

Eine Schallplatte ist eine kreisförmige Platte mit einem Loch in der Mitte und Rillen auf beiden Seiten welche als analoge Tonträger für Schallsignale dienen. Oft wird sie auch Platte, Scheibe, Vinyl oder Schellack genannt. Dass man zum Abspielen einen Plattenspieler braucht, ist wohl klar. Dass es die Schallplatte schon seit 1877 gibt fasziniert mich richtig, ganz zu Schweigen davon, wie man es schafft die Lieder auf eine Platte zu pressen. Für die Herstellung einer solchen Platte sind verschiedene Mittel möglich, je nachdem ob es mit  einer beheizten Schneidstichel in den Lack einer beschichteten Folie geschnitten wird, per Spritzguss oder Einzelschnitt erfolgt bleibt gleich, es kommt wieder was besonderes dabei raus. Natürlich hat sich über die Jahre hinweg auch das Material geändert, vom teuren Naturprodukt Schellack, bis hin zu synthetischen Kunststoffen. Sogar ich hab noch einen Plattenspieler mit ein paar Singles zu Hause. Unter anderem auch eine Single von Michael Jackson auf die ich besonders stolz bin. Sie wird natürlich nicht verarbeitet, denn sowas hat einen persönlichen Sammlerwert, da ich ein großer Fan vom King of Pop bin.

 

Eine Zeitlang gerieten die Schallplatten in Vergessenheit, da viele neue Medien zum Abspielen auf den Markt kamen. Doch im Moment sind die beliebten Platten wieder im Kommen. Dies führt dazu, dass meine Werke aus Schallplatten teilweise keinen gefallen finden.

 

Für manche Sammler ist es fast schon ein Verbrechen die Platten zu verarbeiten. Mein Vater findet in Wohnungsräumen und Verlassenschaften oft alte Schallplatten die er mitnimmt. Die guten, tollen und seltenen sucht er dann für sich raus und den Rest hat er bis dato immer weggeschmissen, weil sie keiner mehr hörte, sie kaputt waren, nicht mehr spielen oder so. Jetzt werden die Platten nicht mehr entsorgt, sondern mir übergeben.

 

Ich verarbeite die Platten dann zu Schüsseln, Dekoschalen, Etageren, Uhren, Buchstützen usw. Es macht total viel Spaß und man kann wirklich kreativ sein. Leider sind 90% der Platten in schwarz, es gibt nur wenig färbige und diese muss man schon durch Zufall finden. Das man dafür etwas mehr Geld zahlt, da sie selten sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Ich habe aber mittlerweile schon ein paar Möglichkeiten und Ideen gefunden die Scheiben einzufärben um für ein wenig Abwechslung zu sorgen.

 

Meine Schüsseln biege ich mit der Hand, die Platten werden warm bzw. heiß gemacht und dann in Form gebogen. Man muss ein bisschen ein Gefühl dafür haben, was das biegen und in Form bringen angeht, sonst schaut es vielleicht nicht sonderlich gut aus. Viele stecken die weiche Schallplatte dann in einem Topf um so eine Schüssel zu erhalten, aber das ist mir etwas zu langweilig. Ich muss das selbst biegen  können, denn so macht es richtig Spaß. So ist jede Schüssel ein Unikat, denn man schafft es nicht zwei Schüsseln gleich zu formen.

 

Die Uhren verziere ich entweder mit Kaffeekapseln, Zahlensticker in verschiedenen Farben oder mit Perlenstifte. Vielleicht versuche ich es mal mit Serviettentechnik, schaut bestimmt auch nicht schlecht aus. Man kann die Platten aber auch schneiden, dies ist eine sehr langwierige Geschichte, denn man muss dies mit einem heißen Messer machen. Ich verwende dazu ein Messer für Brandmalerei, denn ein Cuttermesser ständig in eine Kerze zu halten ist etwas mühsam. Leichter ginge das ganze natürlich mit einem Laser oder heißem Druckluftwasser, dazu braucht man aber eigene Geräte und eine Menge Kohle. Wenn man jedoch jemanden kennt, der in einer Firma arbeitet wo solch Geräte verwendet werden, kann man ein paar Dinge ausprobieren. Diese Art von Platten gibt es bereits auf einigen größeren Onlineportalen zu erwerben, dies natürlich relativ teuer. Meine sehen vielleicht nicht so perfekt und schön aus wie die es tun, aber dafür sindd sie um einiges billiger, da außer einem geringen Materialwert und Arbeitszeit nichts dazu kommt. Arbeitszeit kann man bei solch Produkten sowieso nicht verrechnen, denn dann wären diese unleistbar.

 

Man kann soviel draus machen - eine Kundin zeigte mir neulich ein Foto ihrer Schallplattentasche die sie auf einem Weihnachtsmarkt gekauft hat. Da meine Nähkünste ja nicht gerade die besten sind, wird es etwas schwer werden, dass ich sowas auch mal versuche. Vielleicht fällt mir irgendwas anderes ein das ich noch aus alten Schallplatten machen kann.

 

Ich verarbeite aber natürlich keine Besonderheiten, Sammlerplatten und so, denn das wäre schade. Wobei ich da manchmal denke, dass es schade ist, weil hören tut man sie selten und so hat man vielleicht aus seiner Lieblingsscheibe eine tolle Uhr.  Für einen Kunden musste ich aus der Platte seiner Lieblingsband eine Schallplattenschüssel zaubern. Auch solche Fans gibt es....

 

Viele finden die Ideen die ich habe gut und freuen sich, dass man nicht alles automatisch in den Müll wirft. Andere sind natürlich nicht gücklich darüber, was soll ich tun. Mit diesen Menschen muss man lernen umzugehen und fertig. Ich bin der Meinung ich tu etwas gutes für die Menschheit und die Umwelt.