Alles unter einem Hut

Geht es nur mir so, oder ist es manchmal echt schwierig alles unter einem Hut zu bringen?! Vor der Geburt unseres Sohnes gings irgendwie ein bisschen leichter als jetzt....

 

Es ist halb sieben in der Früh, der kleine Mann schiebt seine Füßchen in Mamas-Magengrube und zack schon ist Mama wach. Nach einer anstrengenden Nacht, in der man jede  Stunde aufsteht, weils Kind einfach nicht schlafen will. Letztendlich gibt man dann um drei Uhr früh auf und legt sich mit dem kleinen Quälgeist ins Bett, nachdem er das ganze Haus mit seinem Gebrülle geweckt hat. Irgendwann schlafen wir dann doch ein, doch es fühlt sich an als hätten wir nur fünf Minuten geschlafen, bevor der Alltag wieder los geht. Aufstehen, Windeln wechseln, umziehen, Fläschen machen, dazwischen noch kurz auf die Pipibox, während Kind schon brüllt weil es Hunger hat. Es ist jeden Morgen das gleiche... Danach wird natürlich nicht mehr geschlafen, somit Tagwache 06:30 Uhr. Man werkelt den Vormittag mit schnell ins Bad, oder kurz frühstücken, denn der kleine Mann braucht Belustigung. Ach ja, da waren noch die Katzen, die gehören ja auch gefüttert, hätt die Mama fast vergessen, nachdems Baby wieder schlechte Laune hat. So alles soweit erledigt, beginnt man ein wenig mit der Hausarbeit, ab mit der Wäsche in die Maschine, Bad und WC putzen, Küche zusammenräumen... Und zack schon ist wieder Babyzeit, denn es hat Hunger. Dann hat man selbst auch ein wenig Hunger und der Mann kommt ja auch nach Hause, also stellt man sich rucki zucki hintern Herd und kocht schnell, damit das Essen am Tisch steht, sonst kann man sich anhören, eine schlechte Ehefrau zu sein, weil kein Essen fertig ist... Ui die Wäsche liegt schon länger in der Maschine, also wieder runter laufen.... Ist es Demenz? Nein, man vergisst einfach Dinge, warum es so ist, keine Ahnung.

 

Dankbar darüber, dass der Papa ein Randerl aufs Baby aufpasst, kann Mama die restlichen Sachen erledigen und sich einfach mal fünf Minuten Pause gönnen, ehe es wieder von vorne los geht. Denn auf ja und nein ist wieder Fläschenzeit. Nach dem Fläschen, gehen wir ne Runde spazieren, weils Wetter toll ist und man einfach mal ein wenig raus muss. Herrlich....

 

Schon ist auch der Nachmittag fast um, es wird zu Abend gegessen, damit Sohnemann wie jeden Tag gegen halb 7 sein Fläschen bekommt und schlafen gehen kann. Um sieben schläft er dann und ab da hab ich dann Zeit für mich! Ich setz mich in meine Werkstatt und fange an zu basteln, aber nach zwei oder drei Werken, bin ich viel zu müde. Ständig fällt mir etwas runter, oder klappt nicht so, dass ich es sein lasse und einfach dicht mache. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich für ein paar Werke dennoch 2 Stunden in der Werkstatt saß, das ärgert einem dann. Denn im Endeffekt ging nichts weiter...

 

Tja so werden noch die Katzen gefüttert, Kisterl ausgeräumt und es geht um halb zehn ab ins Bett, denn gegen elf bzw. halb zwölf ist Mama wieder stündlich im Einsatz....

 

Nebenbei hab ich ganz vergessen zu erwähnen, dass wir nebenbei ständig neue Wäsche brauche... Mein Sohn kotzt sich selbst voll, also gibts neue Kleidung, ein paar Minuten später erwischt er die Mama, also gehe ich umziehen, beide wieder frisch, dauerts nicht lange und der kleine Mann liegt wieder am Wickeltisch.

 

Es geht drunter und drüber und manchmal frag ich mich, was das noch wird... ich laufe auf Hochtouren ohne Pause. Ich funktioniere 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche durchgehend. Wie lang hält der Körper das wohl aus? Ich hab keinen Plan, aber mittlerweile laufe ich schon über fünf Monate so und es klappt. Doch ob ich auch glücklich bin? Ganz ehrlich, an manchen Tagen nicht, manchmal wünsche ich mir ein altes Leben zurück, einfach nach Wien arbeiten fahren, am Abend nach Hause kommen, noch basteln und dann in Ruhe schlafen - jedoch gibts dann diese tollen Momente, wenn sich das Kind das erste Mal dreht und kichert, einem in der Früh anstrahlt und lächelt, dann möchte man um nichts auf der Welt tauschen... Es gibt nicht  viele erste Male und ich würde es bereuen bei solch Dingen nicht dabei zu sein, wenn ich mich entschließen würde bald wieder zu arbeiten.

 

Ich versuch alles irgendwie unter einem Hut zu bringen und zu schauen das niemand und nichts zu kurz kommt, aber oft ist das nicht einfach. Vielleicht braucht es einfach eine zeitlang bis sich alles einspielt und reibungslos funktioniert. Immerhin ist ja für uns als Familie was komplett neues. Machmal ist unser Sohn überfordert, weil alles immer so hektisch ist und ich bins teilweise auch. Die aktuelle Situation mit der Ausgangsbeschränkung gibt uns jedoch auch irgendwie die Möglichkeit die Hektik aus dem Alltag zu nehmen und die Zeit zu genießen. So spielen wir halt ein wenig länger oder backen Muffins und er kleine Mann schaut der Mama ganz begeistert zu was sie da tut. Wir kuscheln einfach noch ein Randerl im Bett, nachdems Baby gefrühstückt hat, weil wir jetzt die Zeit haben. Wir müssen nirgendswo hinfahren oder uns stressen..

 

Wenns dennoch also mal längere Zeit still ist oder es keine neuen Produkte gibt, dann bitte nicht böse sein :) dann versuche ich wiedermal alles irgendwie zu meistern, oder mein Mann hat mich ins Bett geschickt... :)